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A Spherical and Electro-Acoustic Pop way to wherever you want to go!

Wenn die Sängerin bekannter ist als die Band …! Jaël (Malli) hat vor wenigen Monaten – nach 15 Jahren mit Hauptband Lunik und sechs Jahren als reduzierte Formation im Duo MiNa – ihr erstes Soloalbum „Shuffle the cards“ veröffentlicht. In der Tat hat sie die Karten neu gemischt: reife, differenzierte Popsongs mit internationalem Anstrich, mal glockenhell, mal düsterdunkel, immer mit ihrer Stimme. Mit Lunik hat Jaël mehrmals im Bonn gespielt, nun empfangen wir das Schätzchen der Nation alleine. Schätzchen der Nation? Das gibt böses Blut! Man(n) – das Unwort wurde ja sowieso von Männerhand für Männerfantasien geschaffen – könnte auch noch ein paar Sportlerinnen und Moderatorinnen (früher Fernsehansagerinnen) ins Boot holen und von den „Schätzchen der Nation“ sprechen. Skikanone Maria Walliser Hess war so eines, die Fernsehansagerin Dorothea Furrer ein anderes. Aktuell wird es der Skirennfahrerin Lara Gut angedichtet, und auch Jaël muss mit dieser Etikette leben. Was die Boulevardpresse einst lanciert und jahrzehntelang und Jahrzehnte zurück bei den Betitelten als Ritterinnenschlag gegolten mögen hat, gelangt heute zu Recht direkt in den feministischen Hals. Um was anderes als um die Reduktion auf die Kombination „Leistung, Bekanntheit und Attraktivität (eher aber in umgedrehter Reihenfolge)“ geht es denn? Oder wurden schon übergewichtige, schielende Tankwartinnen zu Schätzchen auserkoren? Die neueren „Schätzchen“ nehmen lieber Olympiamedaillen oder Music Awards in Empfang als solch fragwürdige Titel. Sie grenzen sich deutlich von diesen Sprüchen ab und sind damit die wahren „Schätzchen“. PS. Wie würden die Männer reagieren, wenn sie als „Schwänzchen“ nominiert würden?

Quand la chanteuse est plus connue que son groupe…! Après 15 ans passés avec son groupe phare Lunik et six années au sein de la formation réduite du duo MiNa, Jaël (Malli) vient de publier son premier album en solo, « Shuffle the cards », il y a quelques mois. En effet elle a brouillé le jeu de cartes: des chansons matures et complexes avec une teinte universelle, tantôt claires et légères, tantôt lourdement glauques, toujours avec sa voix unique. Avec Lunik, Jaël a donné plusieurs concerts au Bad Bonn – cette fois, nous l’accueillons toute seule.

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